Antiquariate im Internet

Seit Mitte der 1990er Jahre gehen Antiquariate zunehmend dazu über, ihre Bücher über Internetmarktplätze zu verkaufen. Kunden besuchen die Ladengeschäfte seltener, deren Zahl damit verbunden auch in einem steten Rückgang begriffen ist, weil es im Internet die Möglichkeit zum Preisvergleich gibt und man dort meist auch bei seltenen Werken (Rara) oder Kleinauflagen schnell fündig wird, nach denen man in Ladengeschäften früher mühsam, zeitaufwändig und dennoch nicht selten erfolglos suchen musste. Die Online-Bestellung geht aus einem der vernetzten Verzeichnisse weltweit direkt an den oft kleinen Antiquar, wo das gefundene Stück verpackt und verschickt wird. Das ist bedeutsam, weil auch immer mehr Bücher mit großen Auflagen rasch vergriffen sind.

In Deutschland existieren geschätzt 1.200 Antiquariate, von denen wohl 80% bei den verschiedenen Online-Plattformen anbieten; die Tendenz ist kontinuierlich steigend. Prolibri hat Standards festgelegt, auf die die teilnehmenden Händler verpflichtet werden. Dazu gehören insbesondere mehrjährige Erfahrung, detaillierte bibliographische Erfassung der angebotenen Titel mit Nennung aller eventuellen Mängel, schnelle Lieferung, faire Rückgabemöglichkeit für die Kunden sowie sachgerechte Verpackung. Andere - das ZVAB, Antiquario, Antbo - setzen einen Gewerbeschein als Teilnahmebedingung voraus.

  • USA: New York: Strand Books, 29 km Regallänge
  • Deutschland: Köln, Antiquariat Heuberger